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Sucht nach Zucker?

BMI272020

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Sucht nach Zucker?

Kategorie: Ernährung (20.5.2020)

Hallo zusammen, ich hatte schon mal in einem anderen Beitrag erwähnt, dass ich ein echtes "Süssmaul" bin und während meiner Diät den Verzicht auf kohlenhydratlastigem Essen und Süssigkeiten mit Obst und mit Süssstoffen gesüsstem Quark kompensiert habe .Jetzt habe ich mir hin und wieder mal etwas an Süssigkeiten "gegönnt" und mal ein oder zwei Weizenbrötchen gegessen und verspüre einen richtigen Heisshunger auf das Zeugs; ich nehme auch wieder zu (nicht viel bisher, aber immerhin). Ich mag das nicht. Hilft da nur der totale Verzicht, so wie bei "anderen" Drogen?

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Borstik 20.5.2020, 21:17 

Nach meiner Erfahrung führt der totale Verzicht zu noch mehr Lust auf die bestimmten Lebensmittel.

Solange Du mit an und zu mal Süßes und Weizenbrötchen im Defizit bist, nimmst Du ab. Falls Du zuvor sehr kohlenhydratarm gegessen hast, sieht man Kohlenhydrate auf der Waage, weil diese Wasser binden. Das ist also keine echte Zunahme und geht nach ein paar Tagen wieder weg.

ich würde an Deiner Stelle ausgewogen essen und nur so weit verzichten, wie es für ein Defizit erforderlich ist.

juniper.... 20.5.2020, 21:20 

Da ist wohl individuell unterschiedlich.

Allerdings gibt es einen Unterschied zu z.B. Alkohol oder Nikotin - der Körper braucht weder Alkohol noch Nikotin und wenn diese substanzen weg bleiben. fehlt ihm nichts.

Der Körper ist aber sehr wohl darauf ausgelegt, Kohlenhydrate zu verarbeiten. Letztendlich werden alle KH zu Einfachzuckern runter gebrochen im Körper, egal ob Haushaltszucker, Fructose aus Früchten oder komplexe KH wie Vollkorn. Wenn du auf alle KH verzichten willst, dann bleibt wohl nur Low Carb als Lösung.

Der Süss-Kick bei Schoko etc. ist aber mehr eine psychologische Sache. Und wir empfinden nun mal süss = angenehm. Ich persönlich krieg es hin, dass ich was süsses esse aber nicht (mehr) ausufern lasse und den BMI von 24 seit Jahren halte. Weniger wäre netter aber so ist auch ganz tragbar.

Ist wahrscheinlich ähnlich wie Alkohol - viele kriegen es hin, das Zeug in vernünftigen Mengen zu konsumieren, andere werden Alkoholiker. Eine Patentlösung gibt es nicht.

tortensc... 20.5.2020, 22:36 

"Das ist also keine echte Zunahme und geht nach ein paar Tagen wieder weg."
Da du eher LowCarb unterwegs bist/ warst, finde ich es logisch, dass du durch Kohlenhydrate etwas "zunimmst". Solange du aber in deiner Bilanz bleibst, ist das keine Zunahme sondern Wasser.
Wenn du nicht drauf vezichten willst, würde ich auch dazu raten diese Leckereien gezielt und sparsam zu essen.
Wenn dir der Verzicht leichtfällt, kannst du es natürlich auch weglassen.


Manche Sachen schmecken mir nur mit Zucker. Bei rhabarber komme ich mit Sßstoff hin. Abe ungesüßt ist mir rhabarber als kompott dann doch nichts.
Ansonsten meide ich Süßstoffe eher. Weil sie mir a) nicht so richtig schmecken, b) die Einsparung nicht so enorm ist, und c) umstritten sind.

Ich persönlich finde es überzogen von Sucht im Zusammenhang mit Zucker/ lebensmitteln zu sprechn. Als nicht-soviel-Fleischesser mit viel Pflanzennahrung ist LOW Carb für mich ohnehin nicht das richtig.

Monika65  21.5.2020, 00:48 

BMI272020: "Hilft da nur der totale Verzicht, so wie bei "anderen" Drogen?"
In der Überschrift steht "Sucht nach Zucker", im Text redest du von "Süßigkeiten"...
Ausgehend von mir selber würde ich sagen, dass es sich nicht um eine Sucht nach Zucker handelt, sondern eher der gewohnte und liebgewonnene Geschmack bestimmter Süßigkeiten ist. Ich kann z.B. bei bestimmten Schokolade-Sorten mich überhaupt nicht bremsen, kann aber die (für andere) köstlichsten Pralinen links liegen lassen, und mich spricht ein labriges Weizen-Toastbrot überhaut nicht an, aber ein frisches Weizen-Bagette verschlinge ich am Stück...
Sollte es bei dir ähniich sein, also dass du dich bei leckeren Sachen einfach nicht auf geringe Mengen beschränken kannst, dann ist es besser, du meidest sie, am besten hast du sie erst gar nicht im Haus. Aber mit Sucht hat das m.E. nichts zu tun, eher mit der eignenen Disziplin.

BMI272020 21.5.2020, 07:38 

Vielen Dank für die Antworten bisher, natürlich habe ich bewusst etwas überzogen in meiner Fragestellung. Ein Großteil meines ehemaligen Übergewichtes geht auf das Zucker/Kohlenhydratkonto, und da ist der Vergleich mit "Drogen" gar nicht mal so weit hergeholt, finde ich: In Gehirn finden, soweit ich mich belesen habe ähnliche Prozesse, mit Körpereigenen Substanzen statt (Ausschüttung von Dopamin). Manchmal fühle ich mich, wie der Alkoholabhängige, der sich fest vornimmt abends mal ein Gläschen Wein zu trinken und dann mit schlechtem Gewissen feststellt, das plötzlich die ganze Flasche ausgetrunken ist. So ähnlich muss das sein. Klar, das hat auch etwas mit Disziplin zu tun, aber beim Alkohol oder Nikotin ist allen sofort klar, dass das etwas mit Sucht zu tun hat. Beim Zucker nicht... deswegen meine vielleicht etwas krude These, dass ich zuckersüchtig bin. Während ich bei Gemüsen, Obst und Eiweißkost irgendwann ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl verspüre, könnte ich mein Zuckerzeug gefühlt ohne Mengenbegrenzung in mich hinein futtern. Gepaart mit der hohen Energiedichte verhageln mir diese "Ausrutscher" meine Energiebilanz komplett, und das ist frustrierend... Ich begegne den Kohlenhydratbomben aber auch den ganzen Tag: morgens beim Frühstück sitzt meine Frau bei duftenden Brötchen mit Erdbeermarmelade, auf der Arbeit hat immer irgendjemand irgendwelche Süßigkeiten auf den Tisch gestellt, das Kantinenessen ist sowieso KH-reich und die verarbeiteten Lebensmittel gezuckert, da kommt man sich mit seinen Möhrchen und Äpfelchen so richtig exotisch vor, einfach nur sch...limm.
Aber, während ich das hier schreibe, wird es mir wieder bewusst. Das hilft schon mal.

Radley 21.5.2020, 08:50 

Zur Sucht gehören auf jeden Fall Kontrollverlust, wenn die Droge in kleinen Mengen in den Körper gelangt, gibt es kein steuerbares Halten mehr.
Und es gehört zur Sucht zwingend die Dosissteigerung, bis der gewünschte Effekt einsetzt.
Frag dich selbst, ob das bei dir und bei Zucker zutrifft.

KeepWeig... 21.5.2020, 09:46 

"Während ich bei Gemüsen, Obst und Eiweißkost irgendwann ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl verspüre, könnte ich mein Zuckerzeug gefühlt ohne Mengenbegrenzung in mich hinein futtern. Gepaart mit der hohen Energiedichte verhageln mir diese "Ausrutscher" meine Energiebilanz komplett, und das ist frustrierend..."

Hm...ich verspüre bei Gemüse und Eiweißkost kein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Esse ich dagegen eine gute Portion gute Kohlenhydrate (Pumpernickel oder eine gute Portion Haferbrei, nur als Beispiel!), bin ich stundenlang physisch satt, auch relativ psychisch satt. Bei schlechten Kohlenydraten wie Süßigkeiten oder Weißbrot kann ich nach kurzer Zeit wieder loslegen, bzw. WILL. Und da kommt die Sucht ins Spiel. Nach Aufnahme von schnell verfügbaren Kohlenhydraten (nicht im Sinne von schnell Tüte auf und aufgefuttert ;-) sondern schneller Insulinanstieg und schneller Abfall) will der Körper immer mehr davon, auch der Geist.
Ich finde eine ausgewogene Ernährung mit genug guten Kohlenhydraten am Besten. Verzichtet man komplett, entsteht Heißhunger. Schön piano gute Kohlenhydrate einbauen und eine Befriedigung feststellen hilft mir mehr als ständig auf sowas zu verzichten.

ldwg 21.5.2020, 14:56 

Ich habe ein ähnliches Problem: ich kann alle KH-reichen Lebensmittel endlos essen und bekomme dadurch nur noch mehr Hunger. Es ist fast schon unglaublich - nach einem Teller normaler Nudeln mit Tomatensauce könnte ich sofort noch so einen essen, da geht der Hunger erst richtig los. Esse ich dagegen einen Becher Quark mit etwas Gemüse oder Beeren, bin ich danach für Stunden satt.
Ich erkläre mir das so, dass bei mir irgendwas mit dem Insulin nicht stimmt. Vielleicht ist es bei dir auch so? Die einzige Lösung für mich ist - entweder Süßigkeiten nur direkt nach einem richtigen Essen essen oder einfach aushalen ("einfach" ist gut).

BMI272020 21.5.2020, 16:17 

..ich glaube schon, dass man das Verlangen nach Zucker mit einer Art Sucht vergleichen kann: Genau wie Alkohol, Nikotin oder Drogen regt der Zuckerkonsum das Belohnungssystem an. Das ist vielleicht auch der Grund, warum uns nach einer Weile des Verzichts auf Zucker reifes Obst süsser vorkommt. Kontrollverlust: ja, Dosissteigerung: auch; man will immer mehr von dem Zeug, ich jedenfalls. Ich rede auch nicht von den "guten" Kohlehydraten, nein ich rede von dem wirklich "guten Stoff": dem Weißmehl und den Süßigkeiten. Ich glaube auch nicht an einen gestörten Insulinhaushalt; ich müsste ja ohne das Zuckerzeugs ständig unterzuckert sein (?).

juniper.... 21.5.2020, 20:01 

Ich schliesse mich der KH-machen-mich-nicht-satt-Fraktion an. Die könnte ich zwar nicht endlos essen, aber doch weit über meinen Kalorienbedarf hinaus. Da muss ich auch die Bremse rein hauen.

Meine Blutzuckerwerte sind übrigens völlig normal, ich gehe auch davon aus, dass meine Insulinwerte normal sind. Es ist einfach so, dass der Körper verfügbare KH als spitzen Möglichkeit sieht, die Fettspeicher aufzufüllen - dass das heute kontraproduktiv ist, hat die Evolution noch nicht gemerkt.

KeepWeig... 22.5.2020, 08:53 

"Ich schliesse mich der KH-machen-mich-nicht-satt-Fraktion an. Die könnte ich zwar nicht endlos essen, aber doch weit über meinen Kalorienbedarf hinaus. Da muss ich auch die Bremse rein hauen. "

Wenn es danach geht, könnte ich auch immer über meinen Kalorienbedarf reinhauen, bremsen muss ich auch immer. Extrembeispiel: Ob ich jetzt 2000 Kalorien Pumpernickel esse oder ein "Schächtelchen" Pralinen für 2000 Kalorien ist für mein Sättigungsgefühl schon was anderes.

Monika65  22.5.2020, 19:08 

BMI272020: "Ich rede auch nicht von den "guten" Kohlehydraten, nein ich rede von dem wirklich "guten Stoff": dem Weißmehl und den Süßigkeiten. Ich glaube auch nicht an einen gestörten Insulinhaushalt; ich müsste ja ohne das Zuckerzeugs ständig unterzuckert sein (?)"
Auch wenn der Insulinhaushalt noch nicht gestört ist, so beeinflusst du ihn doch mit der Art der Kohlenhydrate, du selber redest doch von guten und weniger guten. Du machst dir selber den Heißhunger, das hat mit Sucht noch gar nichts zu tun. Aber mit den Geschmacksvorlieben und der Disziplin. Greifst du nicht auch zu bestimmten Süßigkeiten, weil sie einfach lecker sind? Oder giert dein Körper wirklich nach Zucker, so dass du nachts in die Küche rennst und dir aus der Tüte Haushaltszucker den weißen "Stoff" löffelweise reinschaufelst?

Radley 22.5.2020, 19:44 

Zum Suchtverhalten frage ich auch nochmal, MB272020:

Verheimlichst du das wahre Ausmaß deines Zuckerkonsums vor anderen?

Ißt du Gummibärchen und MohrenKüsse gemeinsam(!) mit Personen, die weit unter deinem Niveau stehen?

Verschaffst du dir beim Kaffeklatsch heimlich ein paar Extrastücke Torte, um die dann ungesehen von den anderen Gästen hastig auf dem Balkon oder unter dem Tisch zu verputzen?

Legst du beim Einkaufen ein bisschen Schnickschnack, wie Möhren und Tomaten zwischen die Schokoladentafeln, damit die Kassiererin dich nicht als Zuckerjunkie entlarvt?

Falls du eine oder mehrere Fragen mit ja beantwortest ist die Lage hoffnungslos aber nicht ernst. :-)

BMI272020 22.5.2020, 20:54 

radley: das war gut. :)
Nein ich meine die Heißhungerattacken die der Genuss von Süßigkeiten bei mir auslösen. Ja "Sucht" ist überzogen, genetisch sind wir wohl auch dazu veranlagt Süße und fette Speisen zu bevorzugen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Das zweite Stückchen Torte muss ich auch nicht heimlich auf die Seite schaffen; weil das zweite Stück zum guten Ton gehört, Kompliment an die Hausfrau.... Nur woher kommen denn dann unsere Pfunde, der Bluthochdruck, Typ 2 Diabetes und so weiter? Vom Broccoli und Möhrchen sicher nicht. Ich weis: "Disziplin" und so weiter... Sag das mal einem Raucher, dem die Zigaretten ja so gut "schmecken".... Machen wir uns da nicht doch vielleicht nicht alle etwas vor? Es gab Zeiten, da galt Cocain als gesund und man konnte es in jeder Apotheke in Amerika zumindest bekommen. Der Tabak - Konsum galt lange als harmlos, ja erstrebenswert.

juniper.... 22.5.2020, 22:00 

Ich kann mich auch noch an Zeiten erinnern wo Zigaretten ernsthaft als sinnvolles Hilfsmittel für die schlanke Figur genannt wurden. Weil Rauchen als erheblich gesünder angesehen wurde als ein paar kg zuviel. Ähm ja...

Zurück zur Frage, was mir dazu noch einfällt ist, das einfach das Belohnungszentrum im Gehirn angesprochen wird. Dafür brauchts nicht mal ein physisch greifbares Suchtmittel. Spielsucht ist inizwischen auch anerkannt als Erkrankung oder Magersucht - das sind biochemische Vorgänge im Gehirn, die eine Wiederholung des Verhaltens fördern.

Beim Zucker kommt beide zusammen denke ich - einerseits die tatsächlichen physischen Reaktionen auf die Zuckerzufuhr, andererseits die als positiv empfundenen Gefühle. Als Kind wird man nun mal nicht mit Brokkoli getröstet sondern eher mit Schokoeiern. Oder Griessbrei oder ähnlichem. Wenn wir das heute essen, sind da auch immer die positiven Gefühle aus der Situation wenn man emotionale Zuwendung bekommen hat. Dass die unterbewusst ablaufen macht es noch schwieriger, die für sich klar zu kriegen.

Oder man hat als Kind nur wenig davon bekommen, dann ist das heute so ein bisschen Trotzreaktion, dass man sich das "gönnt" was man als Kind gerne gehabt hätte aber nicht gekriegt hat. Plus evtl. noch die nicht erhaltene aber gewünschte emotionale Zuwendung obendrauf. Da sind Situationen auch individuell.

Du hast eine Weile low carb gegessen, hab ich das richtig verstanden? Dann könnte ich mir vorstellen, dass dein Körper auch schlichtweg die KH.-Speicher wieder auffüllen will.

Ob das jetzt mehr ein rein körperlicher Heisshunger ist oder doch eine starke emotionale Komponente hat, das musst du mit dir ausmachen.

Wenns mehr die emotionale Komponente ist, wäre es sinnvoll, was anderes zu finden, für positive Gefühle zu aktivieren. Wenns mehr die körperliche Komponente ist, würde ich das als Hinweis nehmen, dass low carb vielleicht doch nicht so artgerecht ist für Menschen.

BMI272020 23.5.2020, 06:43 

... low carb nicht artgerecht -ein Sakrileg! Einspruch euer Ehren: Ich weis nicht mehr genau in welchem Buch ich die Frage gelesen habe wie man unseren nächsten Verwandten im Zoo füttern würde. Die wenigsten würden wohl auf die Idee kommen dem Affen Zucker übers Obst und Gemüse zu streuen, damit er etwas mehr davon essen möge. Das geschieht beim der Herstellung von Menschennahrung übrigens hochwissenschaftlich: bei der Entwicklung neuer Produkte stellt man den Zuckergehlt so ein, das der "Bliss Point" erreicht wird, jener Zuckergehalt des Nahrungsmittels, welcher das Belohnungssystem maximal auslöst und das Verlangen immer mehr werden lässt.

juniper.... 23.5.2020, 10:01 

Zwischen low carb und zucker in alles schütten gibts ja wohl eine riesige Bandbreite. Man muss nicht gleich low carb machen um zugesetzten Zucker zu vermeiden. Naturlich sind die allermeisten industriell optimierten produkte Mist aus Ernährungs Sicht. Wenn nicht beim Zucker dann beim Fett oder gleich bei beidem. Deswegen muss man aber nicht gleich ins andere extrem verfallen.

Es gibt auch moderate carb. Halte ich personlich für besser. Wenn du das anders siehst ist das für mich auch okay.

Sakrileg kenne ich übrigens im zusammenhang mit religiösenen Dingen. Ich finde es interessant dass du dieses Wort verwendest wenns um low carb geht.

Wenn du damit gut zurecht kommst ist doch prima für dich. Dann frag ich mich aber wieso dieser thread überhaupt existiert.

juniper.... 23.5.2020, 11:22 

Um das klarzustellen. Ich halte die heutige übliche Alltagskost für eine Kohlenhydrat-Mast und auch das was die DGI empfiehlt mit 50 % KH halte ich für eindeutig zuviel.

Ich hab mich auch mit LC auseinander gesetzt um zu sehen ob das was für mich ist. Daraus habe ich abgeleitet: LC = max. 50 gr KH am Tag, besser max. 30 gr und Ziel ist, in Ketose zu kommen. In dieser Form halte ich das in der Tat für nicht artgerecht. Ist aber pure Laienmeinung da ich weder Biologin noch Medizinerin noch Ernährungswissenschaftlerin bin. Wahrscheinlich ist das aber immer noch eine deutlich bessere Ernährungsform als die heutige Durchschnittsernährung, zugegeben.

Daraus schlussfolgere ich: Bei LC ist Obst schwierig (vielleicht ausser Beeren), manche Gemüse auch schwierig (Karotten z.B.), Hülsenfrüchte und Haferflocken sind sowieso raus. Bisher nicht ein Krümelchen zugesetzter Zucker enthalten, aber LC ist das nicht mehr wenn man das alles isst.

Kann natürlich auch sein, dass ich was falsch verstanden habe, oder die von mir genannte Form eine Extrem-LC-Form ist. Sollte das so sein lasse ich mich gerne von dir korrigieren, wirklich.

BMI272020 23.5.2020, 11:22 

"dann frag ich mich aber wieso dieser thread existiert." Du, das steht ganz oben in der Überschrift. Die Frage lautet: "ist es möglich, das ich zuckersüchtig bin?" Nebenbei impliziert der Titel, dass es evtl. noch mehr Leute geben könnte, die sich die selbe Frage stellen. Ich hab ja nix dagegen, wenn jemand Zucker konsumiert und damit gut und zufrieden lebt. Ich spreche über die Möglickeit des schädlichen Gebrauchs und ziehe Parallelen zu zum Beispiel Tabak, von dem man lange angenommen hatte, das er viel weniger schädlich ist als es heute bekannt ist. Das Wort "Sakrileg" könnte man auch durch "Blasphemie" ersetzen, dann würde die Ironie, die dahinter steckt vielleicht eher deutlich.

juniper.... 23.5.2020, 11:54 

Na, das Wort Blasphemie hast seinen Ursprung ebenso wie Sakrileg im religiösen Bereich, das tut sich nicht viel. Egal ob Blasphemie oder Sakrileg, beides impliziert, dass man einen quasi-religiösen Themenhintergrund hat. Mir ist natürlich klar, dass beide Worte heute meistens ohne diesen Hintergrund verwendet werden. Die grundlegende Ironie war mir schon klar, aber im Gesamtkontext fand ich halt die Ironie hinter der Ironie witzig. Und mit Ketzer-Status kann ich leben ;-) .

Im übrigen teile ich deine Ansicht, dass Zucker heutzutage in abartig grosser Menge allgemein verwendet wird und das nicht gut ist. Ich finde nur, LC geht dann wieder zu weit ins andere Extrem, weil auch natürlich in Lebensmitteln vorkommende KH sehr misstrauisch beäugt werden. Ich würde sagen, zugesetzter Zucker: doofe Idee, natürlich vorkommender Zucker z.B. in Obst, Haferflocken...: o.k. Vernünftige Menge an Konsum vorausgesetzt.

Zum Thema Zuckersucht hatte ich oben ja schon geschrieben, neben der physischen Komponente kann ich mir da auch eine psychische vorstellen, also ja, sowas wie "Zuckersucht" kann sicher existieren, ebenso wie Spielsucht existiert und Magersucht als "substanzlose" Süchte und es wird immer nur auf die physischen Effekte abgestellt, was ich für nicht ausreichend halte wenn man die Frage des übermäßigen Zuckerkonsums betrachtet. Da ist auch eine grosse psychologische Komponente dabei.

Im Vergleich mit Tabak oder Alkohol halte ich die körperlichen Abhängigkeitseffekte bei Zucker aber für schwächer.

Inwiefern dein beschriebener Heisshunger jetzt durch gering gefüllte KH-Speicher verursacht wird oder anderweitig kann ich natürlich nicht sagen. Das ist ja auch 3 Tage her, hat sich das in der Zwischenzeit gelegt?

BMI272020 23.5.2020, 14:02 

Ja, der Heißhunger ist nicht mehr da, gottseidank (ich habe nicht Jehova gesagt ;)). Ich esse seit Mittwoch wieder keine Zuckerbomben (also keine Lakritze, Bonbons oder Plätzchen) mehr. Diese Gier nach mehr habe ich zum Beispiel nach dem Genuss von frischem Gemüse oder einem Grillsteak noch nie erlebt, vielleicht stimmt ja tatsächlich etwas mit meiner Bauchspeicheldrüse nicht. Wenn sonst niemand von diesem Phänomen befallen ist, so hielte ich es für möglich der (Achtung, Ironie:) einzige Schwule in diesem Dorf zu sein, gewöhne ich mich halt dran.

juniper.... 23.5.2020, 14:32 

Och, dass ich gerade bei KH weiter essen essen essen könnte ohne wirklich satt zu werden, das hatten wir ja schon oben. Liegt m.M. nach daran, dass der Körper in so einem Fall halt alles schön in die Fettdepots packt was den Blutzuckerspiegel relativ niedrig hält bzw. wieder runter bringt. Ich muss da schon bewusst gegensteuern.

Heisshunger in dem sinn, dass ich das dann wirklich brauche, so wie ein Raucher dringend eine Zigarette braucht, nee, das hab ich nicht. Weiss auch nicht ob das ein guter Vergleich ist, da ich nie geraucht habe und auch beim Alkohol immer sehr mäßig war.

Vielleicht ist das auch ein Definitionsproblem. Was der eine als Heisshunger definiert, nennt jemand anderer vielleicht noch Appetit.

Und dass stark zuckerhaltiges den Blutzuckerspiegel Achterbahn fahren lässt ist ja bekannt. Gerade wenn du das lange Zeit nicht hattest wegen LC, schlägt das umso mehr zu denke ich.

ldwg 23.5.2020, 14:44 

Ich würde der Raucher-Analogie aber doch zustimmen. Neben den "harten" Rauchern gibt es ja auch Gelegenheitsraucher, die zum Beispiel nur in bestimmten Situationen oder Lebensabschnitten rauchen. Das ist dann durchaus so, dass man auf das Rauchen verzichten könnte, aber dann doch auch noch schnell eine rauchen könnte, aus Langeweile / Stress / Geselligkeit. Das ist das gleiche beim Zucker - ich muss jetzt diese Schokolade nicht essen, aber sie wird mir von einer Freundin beim Kaffee angeboten, oder ich langweile mich gerade oder brauche emotionalen Support. Dann wird aus einem Stückchen schnell eine Tafel, und genauso wird auch bei einem Gelegenheitsraucher auf einer guten Party plötzlich aus einer Zigarette eine Packung, weil "es sich so ergibt".
Von daher finde ich den Vergleich doch passend.

BMI272020 24.5.2020, 07:44 

... auch wenns jetzt nicht direkt mit dem Thema "Zucker" zu tun hat: Ich hatte mal einen Lehrer in der Berufsschule, der vor dem Rauchen warnte: Er ätte ja Verständnis, erselbst würde auch rauchen, jeden Abend nach dem Essen eine Zigarette. Den habe ich bewundert, denn ich rauchte damals schon Kette. Vielleicht lösen diese hochdosierten Zuckermengen, die diese Süßigkeiten oder Marmeladenbrötchen nun mal sind, ähnliche Reaktionen aus und ich konsumiere sie in einer Häufigkeit die mit "Genuss" nicht mehr viel zu tun hat, obwohl ich weis, dass es schlecht für meine Gesundheit ist. Dumm, liebenswertes Laster, sympathische Charakterschwäche, schlechte Angewohnheit oder ?

tortensc... 24.5.2020, 10:44 

Vermutlich reagiert jemand der zur Sucht neigt tatsächlich stärker dazu auch auf Zucker/Essen/ exessiven Sport sehr stark zu reagieren...

Definitiv reagiert man bei Zuckerkonsum auch im Belohnungsszentrum.

juniper.... 24.5.2020, 11:31 

Seh ich auch so

Vor allem falls du mit dem Rauchen aufgehört hast könnte sich das zum zucker verschoben haben. Körperchemie existiert nun mal und der Körper ist hinter seinen Endorphinen her.

juniper.... 24.5.2020, 11:32 

Das "du" im letzten post ist naturlich an BMI gerichter.

BMI272020 25.5.2020, 06:26 

... und der nimmt Dir das "Du" auch nicht krumm. Tatsächlich ist es so, das es Menschen (und auch Tiere) gibt, die leichter und schneller eine Sucht entwickeln als andere. Bei diesen Menschen werden zu wenig Neurotransmitter (Botenstoffe) hergestellt. Mag sein, dass mein Gehirn mir hier einen Streich spielt. Nikotin seit 15 Jahren nicht mehr (bis dahin Kettenraucher), Alkohol seit einem Jahr (seit ich abnehme) null, Low Carb (moderat) seit September letzten Jahres. Vielleicht schreit mein Belohnungssystem nach mehr Zucker, weil das einen "Kick" verursacht.

juniper.... 25.5.2020, 09:53 

Dachte es könnte verwirrend werden wenn es jetzt klingt als ob ich tortenschnittchen direkt anspreche deswegen.

Gluckwunsch zum rauchstopp und zum so lange durchhalten.

Und dann noch alkohol und leicht verfügbarer Zucker jetzt weg? Da kann ich mir lebhaft vorstellen dass dein Belohnungszentrum drauf anspringt wenn irgendwas kommt und das ist momentan am ehesten Zucker.

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