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Ich verstehe das nicht

lapama

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Ich verstehe das nicht

Kategorie: Sonstiges (9.10.2018)

Hallo zusammen,
ich muss zugeben, ich verstehe das nicht.
Gestern kam eine Frage von einer Userin, ich glaube, ihr wisst alle, wen ich meine.
Nach über 40 wirklich hilfreichen, verständnisvollen Antworten mit Unterstützungsvorschlägen, mit Tipps, mit konkreten Hinweisen etc. wird die Frage gelöscht.
Es haben so viele Leute Hilfe angeboten, Leute, die in der gleichen Gewichtsklasse waren/sind, die es geschafft haben, ihr Leben umzukrempeln und die Situation der Userin voll nachvollziehen können.
Es gab keine "bösen" Antworten, keine Belehrungen, aber klare Meinungen, dass man sich nur selbst in so einer Situation helfen kann. Es war ja schließlich auch die dritte fast gleich lautende Frage in einem relativ kurzen Zeitraum.
Nix kam zurück. Abends verschwand die Frage.
Warum?
Es macht mich traurig, man möchte wirklich helfen und ich glaube, die Hilfe wird in diesem Fall auch wirklich benötigt, aber die Person entscheidet sich für den (aus meiner Sicht) leichteren, aber falschen Weg. Frage weg, aus den Augen - aus dem Sinn, sich selber weiter bemitleiden, weiter essen, sich noch schlechter fühlen, weiter essen, sich noch mehr bemitleiden, sich noch schlechter fühlen....
Liebe Bonita, melde dich, versuch was, gib doch nicht auf.
Viele traurige Grüße
lapama

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lapama 9.10.2018, 09:44 

Also, ich gehe jetzt einfach davon aus, dass die Fragestellerin ihre Frage einfach gelöscht hat.

ldwg 9.10.2018, 10:17 

Vielleicht wollte sie gar keine sinnvollen Ratschläge - vielleicht wollte sie eher so was wie "oh du arme, wir verstehen das, du hast aber echt Pech im Leben, da kannst du jetzt auch nichts für, hier, iss ein Stück Schokolade, dein Stoffwechsel / Hormonsystem / linkes Bein ist Schuld, da kann man leider nichts machen."
Ich glaube, die meisten Menschen wissen eigentlich ganz genau, wo das Problem liegt (nicht nur im Bereich Gewicht, auch im Bereich allgemeine Lebensprobleme), haben aber keine Lust / Kraft das anzugehen und erwarten Mitleid und vielleicht eine durch Wunder herbeigeführte Lösung.

letitbe 9.10.2018, 10:23 

Mich hat das auch sehr enttäuscht. Der Thread war plötzlich futsch. Und im Archiv ist er auch nicht. Es waren soviele - wie gestern schon gesagt wurde - kluge mutige starke Frauen darin. Und so viele wunderbare Gedanken und Anregungen.

lapama, ich denke, es ist nicht so gut, Bonita anzubetteln, dass sie wieder hier auftaucht. Warum ist es nicht gut? Es - nützt - überhaupt - nichts! Davon bin jedenfalls ich fest überzeugt. Sie war im Sommer schon einmal hier, hat einen Thread eröffnet, sehr viel gute Beratungen bekommen, sehr viel Zuwendung, so ähnlich wie diesmal, und dann war sie wieder weg. Ich bin sehr fest davon überzeugt, dass der Wille zur Veränderung im tiefsten Inneren unseres Selbst entstehen und von dort aus dann gelebt werden muss. Alle weitere Unterstützung kann dann auch gut und hilfreich sein, aber es muss erstmal "zünden", und das hat es bei ihr scheinbar noch nicht.

Ich greife da auch ein wenig und ganz am Rande auf meine Erfahrungen bei der Telefonseeslorge zurück, bei der ich einige Jahre lang ehrenamtlich tätig war. Sowohl in der Ausbildung als auch in der Supervision wurde uns immer wieder nahe gebracht, dass es Fälle gibt, in denen nicht geholfen werden kann, in denen es sogar hilfreicher und zielführender sein kann, dem Hilfesuchenden knallhart zu begegnen.

Bonita, es tut mir von Herzen Leid für dich. Glaub nicht, wenn du hier liest, dass ich nicht mitfühle. Aber dir kann weder Therapie noch sonst wer helfen, außer du selbst. Und ich weiß verdammt, wovon ich rede.

lapama 9.10.2018, 10:32 

letitbe: ich weiss, dass sie schon zwei sehr ähnliche Fragen gestellt hat. Und bei der einen wurde ich ganz schön angefeindet, weil ich damals kein Verständnis für "weiter so" und "mach kleine Schritte" und "sonstiges mimimi" gezeigt habe. Als ich ihr frühstück, das nur aus Süßigkeiten bestand, kritisiert habe, wurde mir empfohlen "die Klappe zu halten".
Ich glaube auch nicht, dass ihr auf die Schulter klopfen und auf die Tränendrüsen drücken hilft. Hier wäre echt ein strikter detaillierter Plan nötig, mit ganz klaren Anweisungen, Kontrollen und Konsequenzen. Aber natürlich vor allem der eigene Wille.

Farbe... 9.10.2018, 10:37 

wir leben in einer freien Welt.
Bonita hat all die Hinweise, Empfehlungen und Berichte gelesen und befunden, es reicht. Hier ufert ja schnell mal was aus. Und nun hat sie den Thread gelöscht. Wo ist das Problem?

Choko... 9.10.2018, 10:53 

Mir ist das auch aufgefallen. Allerdings muß man jedem seinen Willen lassen, jeder entscheidet frei, was er tun und lassen will (solange es nicht gesetzeswidrig ist). Handlungen Anderer sind nicht immer nachvollziehbar, und sie sind auch nicht dazu da, immer verstanden zu werden.
Einfach so stehen lassen. Akzeptieren. Es ist, wie es ist.

8firefly8 9.10.2018, 10:57 

ich kann schon das "problem" nachvollziehen, farbenbunt. viele machen sich mühe, berichten und wollen helfen. wenn die userin dann einfach alles löscht, scheint es ihr unwichtig zu sein denn ansonsten würde sie die frage stehen lassen um evtl. später noch einmal die ratschläge zu lesen oder sich motivation durch andere berichte und erfahrungen zu holen. so aber entsteht der eindruck, dass es alles nicht gewollt war, was ja auch lapama zum ausdruck gebracht hat. sicherlich kann bonita tun und lassen was sie für richtig behält. ich kann beide seiten nachvollziehen.

Farbe... 9.10.2018, 11:02 

jeder der antwortet tut dies freiwillig und gerne immer wieder und sehr gerne auch ausführlich. Klar ist es doof den Thread einfach zu löschen. Das hat aber auch etwas mit der Persönlichkeit zu tun und das passt dann auch wieder zu den sonstigen Problemen.

lapama 9.10.2018, 11:23 

Ich habe es als Hilferuf empfunden. Es war ja nun schon die dritte ähnlich lautende Frage.
Mich hat es sehr bewegt, weil man förmlich fühlen konnte, wie verzweifelt sie ist und dass es ihr nicht gut geht.
Es ist irgendwie einerseits Hilfe erwünscht, aber andererseits soll es wie durch Zauberhand gehen: zack, ohne Anstrengung und mit einer Wunderpille.
Man fühlt sich so als ob man einem Ertrinkenden die Hand rausstreckt und dieser zu faul ist, diese zu ergreifen.
Na gut, ist halt so.

Diese Antwort wurde entfernt. 9.10.2018, 11:52

Monika65  9.10.2018, 11:59 

Ich habe mich auch gewundert, dass der Thread gelöscht wurde, weil ja auch Mitlesende evtl. von den Beiträgen profitieren können. Zuerst dachte ich ja, die Löschung wäre seitens fddb erfolgt... Aber wenn bonita68 den Thread selber gelöscht hat, dann muss man das akzeptieren und braucht sich nun auch nicht über sie ereifern... Wir wissen nicht, wie es ihr geht und was sie denkt und fühlt... Von mir aus auf jeden Fall alles Gute!

Diese Antwort wurde entfernt. 9.10.2018, 12:07

LuzyW 9.10.2018, 12:12 

Im Eingangstext hatte sie geschrieben, dass sie die Antworten gelesen hat, aber nichts davon umsetzen konnte. Sie wird auch hier die Antworten gelesen haben.

Mit der Löschung hat sie auf jeden Fall für uns das Thema mit ihr beendet. Sie wollte keine weiteren Antworten. Vielleicht wollte sie auch nicht nachverfolgt werden, wenn es ihr wieder mal schlecht geht und sie die Frage wieder auf den Tisch bringt. Zumindest wir können so nicht mehr nachsehen, was schon geantwortet wurde. Sie selbst antwortet ja nicht.

Ich bin selbst depressiv. Ich konnte jahrelang auch "nicht sehen" wo der Weg ist. Es waren ganz kleine Schritte nötig um überhaupt anzufangen. Es ging gar ums abnehmen. Es ging um alles. Wo fängt man an, wenn Alles angegangen werden muss - das ist vermutlich das Problem.

Man kann beim Gewicht anfangen, muss man aber nicht. Ich vermute es überrollt sie und sie ist so hilflos wie vorher, weil sie glaubt immer noch irgendetwas vorher erledigen zu müssen um dann endlich dies oder jenes angehen zu können.

Das das nicht so ist, merkt man erst wenn man schon auf dem Weg ist. So wie Kinder merken das Feuer heiß ist und nicht nur hell, wenn sie es das erste Mal anfassen. So erfährt mancher Übergewichtiger erst wenn er abnimmt, dass er das AUCH kann.

Es sind andere Probleme beim Abnehmen aufgetaucht, als ich dachte. Manche Befürchtungen sind gar nicht eingetreten. Sie sagte sie müsse das Essen neu lernen. Ja das stimmt, musste ich auch wirklich. Neu lernen. Aber ich war schon an dem Punkt, wo ich dachte, okay dann fange ich heute damit an und ich gehe nie mehr zurück. Da ist bonita68 noch nicht. Ich hoffe sie kommt dahin.

Ich würde heute auch noch mit 94 eine Diät machen, wenn meinem Zustand gut tun würde. Ich habe doch sonst nichts zu tun, außer mit mir zu leben.
In einer Depression denke ich immer nur daran, dass ich nicht gern ich bin. Das ich mich am liebsten von mir selbst trennen würde. Das ich gern mit allem Schluss machen möchte. Suche Betäubung. Tja....

Radley 9.10.2018, 12:50 

Als ich gestern den thread von bonita bzw. eure Antworten las, habe ich wieder mal staunen müssen, wie viel Wissen hier (gemeinsam) vorhanden ist und wie gut und angemessen das rüber gebracht wurde.

Bonita hat nicht geantwortet.
Das muss sie auch nicht.

Und wer sich hier mit seiner/ihrer Antwort viel Mühe gegeben hat, hat damit vielleicht jemandem (bonita oder sonst wem) geholfen. Vielleicht aber auch nicht.

Wer nun enttäuscht ist, dass bonita komentarlos alles gelöscht hat, sollte sich selbst fragen, was er/ sie denn erwartet hat.

nini2111 9.10.2018, 12:51 

Vielleicht möchte sie auch gar keine Hilfe. Wenn ich das recht in Erinnerung habe, war es ja im Großen und Ganzen nur die eine rhetorische Frage, wann bei ihr der Klick kommt. Darauf kann niemand eine Antwort geben. Vermutlich wollte sie ein Datum oder ein kokretes Gewicht hören. Und als hier die Antworten wieder nur in der Art kamen, dass nur sie selbst dafür sorgen kann, wars das. Es ist bei allem (pathologischen) selbstschädigenden Verhalten so, du weißt, es ist falsch, kannst nicht verstehen, warum du das tust. Und doch kannst du es nicht lassen. Und was eine Therapie in 3 Jahren nicht geschafft hat, wird auch hier keiner schaffen.
Manchmal muss man einsehen, dass es Menschen gibt, denen nicht zu helfen ist. So hart das auch sein mag.
Auch wenn manche den Gedanken für pietätlos halten, liegt es ja nicht außerhalb jeder Vorstellungskraft, dass es sich bei ihr um einen Troll handelt, der Langeweile hat und das besonders witzig findet...

torte... 9.10.2018, 13:05 

Nein das glaube ich nicht das Bonita ein Troll ist.
Ein Troll würde die Diskussion doch immer noch weiter anheizen...( Obwohl ich bei der Frühstücksfrage auch mal kurz daran gedacht hab).

Wahrscheinlich wollte sie einfach nicht antworten und auch keine klugen Ratschläge mehr weil es sie noch mehr fertig gemacht hat. Das kennen wir doch aus verschiedenen Bereichen sicher alle mal. Das man das dann einfach nicht mehr hören will...

Diese Antwort wurde entfernt. 9.10.2018, 14:20

KeepW... 9.10.2018, 18:13 

juniperdawn, ich hatte zuletzt noch auf deinen Kommentar geantwortet: Warum Gewichthalten oder Zunehmen was mit finanziellen Mitteln zu tun haben sollte. Hatte das gar nicht verstanden wie du das gemeint hast, und war heute morgen enttäuscht da keine Antwort mehr drauf kriegen zu können.

Ich würde sagen sie hat den Tread gelöscht, weil sie sich schämt. Dabei sind wir hier doch (hoffentlich) alle anonym. Niemand braucht sich schämen. Ich schäme mich auch oft, wenn ich zu persönlich schreibe. Aber dann denke ich mir: wo sonst wenn nicht hier. Mein Umfeld nerve ich mit dem Thema so gut wie nie.

Diese Antwort wurde entfernt. 9.10.2018, 20:37

Diese Antwort wurde entfernt. 9.10.2018, 20:37

KeepW... 10.10.2018, 05:53 

"ich hatte noch was geschrieben. nämlich schlichtweg dass die Mengen an essen die nötig sind um hohes Übergewicht aufzubauen bzw zu halten eben auch teuer sind. es muss ka bezahlt werden. "

Ja, hab mit dieser Antwort gerechnet.
Ich finde Lebensmittel eher billig, wenn man billig kauft. Und Süßigkeiten haben im Verhältnis zur Kaloriendichte einen ziemlich niedrigen Kaufpreis. Denke, auch eher Leute die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, haben noch genug Geld für billige Süßigkeiten übrig, die einen schnell zunehmen lassen. Oder eine TK Pizza für 2,99 ist jetzt auch nicht die Welt, aber bereits 50% der täglichen Kalorienmenge. 2 Tafeln Schokolade 2 Euro. 1000 Kalorien, Chips 60 Cent.....also am Geld liegt es meiner Meinung nach ganz bestimmt nicht.

KeepW... 10.10.2018, 05:57 

...teurer wird es, wenn ich mich anschließend von Salatgurke ernähren möchte. 1 Gurke Bio 2 Euro für 50 Kalorien. Aber auch da kann man klever eine gute preisgünstige Wahl treffen....Haferflocken 35 Cent für ein Päckchen...Kartoffeln auf Vorrat vom Bauern direkt kaufen und einlagern. Fallobst ist meist kostenlos. ETC...alles eine Frage des (Überlebens-)Willens ;-)

torte... 10.10.2018, 09:20 

Na keep weight auch wenn Schokolade und Fertiggerichte recht günstig erscheinen durch die große Menge ist es trotzdem recht teuer.

Zum Beispiel zahle ich für ehr günstige Lebensmittel jede Woche ca.80-100 für 2 Personen.

Wenn ich jetzt ab mehr Menge essen würde dann wären es dannn vielleicht shcon 150 .

Und letzlich ist es wie mit dem Rauchen. Die Ärmsten Schlucker haben dafür immer Geld übrig..

nini2111 10.10.2018, 09:24 

Wenn ich es noch recht weiß, ließ sie sich doch häufig Essen vom Lieferdienst bringen, weil sie nicht (so gern) rausgeht. Das ist dann tatsächlich alles andere als billig. Also das Endprodukt dann..

Diese Antwort wurde entfernt. 10.10.2018, 09:29

Diese Antwort wurde entfernt. 10.10.2018, 09:35

Diese Antwort wurde entfernt. 10.10.2018, 09:38

paeonia 10.10.2018, 09:42 

at tortnschnittchen
"Die ärmsten Schlucker haben dafür immer Geld übrig" Zitatende

Du vergisst leider, dass Rauchen eine gottverdammte Sucht ist. Um die zu überwinden braucht es oft sehr viel Kraft und Wissen, das leider nicht alle Menschen haben.

Also bitte nicht einfach vorverurteilen. Danke. Bin übrigens NR.

Glitz... 10.10.2018, 10:14 

Ich glaube, mein Kommentar war böse, der ging ungefähr so:

Was ich lese, deute ich so, dass Du keine Verantwortung übernehmen magst. Wenn Du leben willst, dann mach was, wenn Du sterben willst, dann mach was anderes. Du gehst aber den Mittelweg und wenn es blöd wird, bist Du nicht schuld sondern die Umstände. Nimm meinen Text jetzt aber bloß nicht ernst, ich bin ein Laie und kenne Dich nicht.

Sie schrieb unter anderem "ich schaufele mir mein eigenes Grab mit Löffel und Gabel" und wer sich so poetisch mit seinem Leid auseinandersetzt, der will meistens keine Hilfe sondern Publikum.

sxusxi 10.10.2018, 10:20 

Es stimmt, dass Rauchen eine Sucht ist, und meinem persönlichen Empfinden nach kann der Drang Süßes zu essen auch in Richtung Sucht gehen. Ich bin zum Glück auch immer schon Nichtraucherin, aber phasenweise kann/konnte ich mich nur von Schokolade fernhalten, indem ich sie nicht kaufte. Und ich kenne Menschen, bei denen das noch intensiver ist, und die dann - klassisch wie der Raucher zum Zigarettenautomaten - mitten in der Nacht zur Tankstelle gehen um eine Tafel Schokolade zu kaufen. Es ist alles im Kopf, schon klar, aber das Suchtverhalten ist klar ersichtlich. Das "gönnt man sich" dann, auch wenn's ins Geld geht.
Die Threads von bonita habe ich auch verfolgt und kann mir vorstellen, dass ihr ein paar Kommentare unangenehm waren, denn auch wenn sie ihr Verhalten noch nicht ändern kann, ist ihr doch bestimmt jetzt schon bewusst, dass Marsriegel und Milchschnitte (oder so ähnlich) kein gesundes Frühstück darstellen, das muss man ihr meiner Meinung nach nicht sagen. Um die vielen guten Ratschläge, die jetzt auch für uns andere nicht mehr sichtbar sind, tut es mir allerdings auch leid.

lapama 10.10.2018, 11:05 

Es gibt keine Schoko-/Zuckersucht. Ich habe noch niemanden erlebt, der sich esslöffelweise puren Zucker aus der Tüte reinschaufelt und nicht aufhören kann. Oder sich Zuckerlösung in die Venen injiziert. Man zittert nicht und hat keine Schmerzen im ganzen Körper, wenn man gerade mal keinen Snickers gegessen hat. Man trinkt keine Mundspülung oder flüssigen Süßstoff, weil diese ja so süß schmecken. Alkoholsüchtige trinken sogar Parfüm. Es gibt keine Schokosucht. Nicht purer Zucker macht süchtig, sondern eine Mischung aus Zucker, Fett und Salz im richtigen Verhältnis. Ein typisches McD-Menü +ein Donut als Nachtisch wären ein perfektes Beispiel dafür. Dann neigt man dazu, zu viel zu essen und noch mehr davon zu wollen. Würde man jemandem nur noch Schokoriegel zum Essen geben und die Dosis immer weiter steigern, würde man irgendwann die Nase voll haben. Einem Drogen- oder Alkoholsüchtigen passiert das nicht, er würde immer mehr wollen. Also, es gibt keine Schoko-Sucht.
Dass es Ess-Sucht allgemein gibt, bestreite ich nicht.

sxusxi 10.10.2018, 11:45 

Es geht bei der von mir beschriebenen "Sucht" nach süßen Sachen auch nicht um den Zucker an sich, sondern um das Gefühl von Belohnung, das man sich damit "gönnt" (wie ironisch). Und um das Gefühl und den Geschmack im Mund. Puren Zucker aus der Zuckerdose hab ich als Kind genascht, ja tatsächlich, und mit Nutella komme ich heute noch nicht klar. Das kaufe ich nicht, weil ich nicht widerstehen kann, da ist sicher die Kombination mit dem Fett auch ein Faktor. Auch meine Tochter würde gerne die Zuckerpackungen, die ich zum Kaffee bekomme und nicht verwende, für sich haben.
Ich möchte nicht behaupten, dass es das selbe ist wie die Sucht nach Alkohol oder anderen Drogen, wenn auch gerade Alkohol vielleicht gar kein sooo verkehrter Vergleich ist, da dieser in Maßen ja auch komplett gesellschaftstüchtig ist. Man wird sogar schief angeschaut, wenn man bewusst keinen trinkt, was ich aus persönlicher Erfahrung weiß. Viele, vermutlich die meisten, kommen gut damit klar und haben ihr Leben lang kein Bedürfnis, Parfüm zu trinken. Aber eben nicht alle.
Meiner Meinung nach sind die negativen Auswirkungen von Zucker auf unsere Körper UND unser Essverhalten zu wenig beleuchtet und vielen Menschen zu wenig bewusst. Etwas in meinem Kopf erlaubt es mir derzeit, fast gänzlich auf Süßigkeiten zu verzichten und bei gelegentlichen Ausnahmen nicht gleich draufloszuschlingen. Aber ich kenne auch andere Zeiten, und ich kann mich reinversetzen. Körperliche Abhängigkeit ist nicht der einzige Indikator für Suchtverhalten.

lapama 10.10.2018, 12:23 

Abhängigkeit (umgangssprachlich Sucht) bezeichnet in der Medizin das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und beeinträchtigt die sozialen Chancen eines Individuums.

Fast jede Sucht entwickelt sich über die psychischen Prozesse Erfahrung und Wiederholung an die sich der physiologische Prozess der Gewöhnung oder biologischen Toleranz anschließt. Unter biologischer Toleranz versteht man die Abnahme der wirkung bei wiederholter Einnahme. Sucht-Patienten kompensieren diesen Wirkungsverlust mit immer höheren Dosen. Ein weiterer Aspekt bei Süchten ist das Eintreten einer Gewohnheit: Der Substanz-Konsum gewinnt immer mehr Bedeutung und Funktion in verschiedenen Lebenslagen und Gemütszuständen.

Um von Suchtverhalten bzw. einem Abhängigkeitssyndrom zu sprechen, müssen im Laufe der letzten 12 Monate mindestens drei dieser sechs Kriterien erfüllt gewesen sein:
Starkes, unwiderstehliches Verlangen, ein bestimmtes Mittel zu konsumieren,
verminderte Kontrollfähigkeit über Menge, Zeitpunkt und Dauer der Zufuhr,
körperliche Entzugserscheinungen,
stetige Dosissteigerung aufgrund der Toleranzentwicklung,
wachsender Interessenverlust und zunehmende Bedeutung von Beschaffung der Substanz bzw. Erholung vom Konsum der Substanz,
anhaltender Konsum trotz nachweisbarer schädlicher gesundheitlicher oder sozialer Folgen.

Glitz... 10.10.2018, 12:30 

Ich liebe Wein und habe eine Zeit lang ein Glas am Tag getrunken. Das erschien mir nicht viel, aber durch die Regelmäßigkeit war ich besorgt, ob ich nicht süchtig bin. Also fragte ich einen Psychologen, der sich zufällig so ergeben hat, und der fragte, ob ich trinke, wenn ich nicht darf, z.B. wenn ich Antibiotika nehme. Ich sagte nein, also sagte er auch nein.

Diese Antwort wurde von tortenschnittchen entfernt. 10.10.2018, 12:33

torte... 10.10.2018, 12:42 

"Du vergisst leider, dass Rauchen eine gottverdammte Sucht ist"

UND ZUVIEL Essen etwa nicht? Also ich würde nicht behaupten das jemand mit einer Esssucht weniger Leidensdruck hat, als jemand der Raucht, Säuft oder sonstwas nimmt.
Das zu bewerten maße ich mir nicht an...

Fakt ist Auch Essen reizt das Belohnungszentrum wie Suchtmittel.
Und nicht jede Drogensucht macht einem bei Entzug auch Körperliche Schmerzen.
Und es ist Für Leute die Probleme haben mit dem Essen( Egal ob nur Magersucht oder Esssucht) schwer damit umzugehen. Sie können ja auch nicht einfach aufhören zu essen.

Ironie an:

Abgesehen davon rauchen viele Raucher ja auch nur weil es ihnen ja so gut schmeckt/tut... Ironie aus

torte... 10.10.2018, 12:43 

Wir schweifen vom Thema ab... Also Zurück zum Thread.

sxusxi 10.10.2018, 13:05 

"Um von Suchtverhalten bzw. einem Abhängigkeitssyndrom zu sprechen, müssen im Laufe der letzten 12 Monate mindestens drei dieser sechs Kriterien erfüllt gewesen sein:

! -> Starkes, unwiderstehliches Verlangen, ein bestimmtes Mittel zu konsumieren,
! -> verminderte Kontrollfähigkeit über Menge, Zeitpunkt und Dauer der Zufuhr,
... (körperliche Entzugserscheinungen,)
... (stetige Dosissteigerung aufgrund der Toleranzentwicklung,)
... (wachsender Interessenverlust und zunehmende Bedeutung von Beschaffung der Substanz bzw. Erholung vom Konsum der Substanz,)
! -> anhaltender Konsum trotz nachweisbarer schädlicher gesundheitlicher oder sozialer Folgen."

Das mit der Dosissteigerung könnte unter Umständen auch der Fall sein, hab ich bei mir selber aber nicht festgestellt.

(Und stimmt, hat nicht mehr viel mit dem Thema zu tun, sorry)

nini2111 10.10.2018, 13:13 

Bei dem Gewicht von Bonita kann man sicher davon ausgehen, dass sie süchtig ist. Dieses Gewicht hält man nicht mit hier und da mal ein bisschen über die Stränge schlagen. Ich weiß ja nicht, wer hier alles "mein Leben mit 300 kg" verfolgt. Aber da ist es ja auch so, dass sie wissen, dass sie sich irgendwann tot fressen. Ich kann es ehrlich gesagt nicht verstehen, wie man immer und immer weiter essen kann, wenn man gerade mit Hilfe von 4 Leuten gerade so im Bett aufgerichtet werden konnte. Und dann seh ich mich am Nutella-Glas stehen.. mit dem Löffel in der Hand.. wie ferngesteuert. Erst dem kleinen, dann dem großen. Und während du wie von Sinnen löffelst, denkst du dir, dass du jetzt dringend damit aufhören solltest, aber es geht nicht. Und dann Ersatzgläser gekauft, dass es keiner merkt. So ungefähr muss es sich anfühlen. Ein schreckliches Gefühl!
Seltsamerweise kann ich komplett auf das Zeug verzichten, seit ich weiß, dass ich allergisch darauf reagiere und selbst vom Messer ablecken juckenden Ausschlag kriege. Und wir haben sogar immer welches im Haus. Und dann frag ich mich, warum das mit anderen Sachen nicht geht.. die ebenfalls nicht gesund sind und ich das doch ganz genau weiß und die trotzdem im Einkaufskorb landen, wenn der Jieper kommt. Es ist schon schwierig..

Nixxxx4 10.10.2018, 13:14 

Vielleicht war es auch eigentlich gar nicht als Frage gedacht, sondern musste einfach mal raus. Das kennen wir ja alle irgendwie, der eine mehr, der andere weniger.

Ich habe die Antworten nicht verfolgt, kann mir aber denken, dass die eine oder andere Antwort den Kern des Problems angerissen hat. Und ich kann mir denken, dass Antworten dabei waren, die zu persönlich wurden. Ich spreche damit niemanden direkt an, denn ich verfolge die Fragen und damit die Antwortgeber hier so gut wie gar nicht. Ich verstehe allerdings den Wunsch, einfach mal rauszuhauen, was einen den ganzen Tag so belastet... hier ist vielleicht das falsche Forum dafür.

salmi... 10.10.2018, 13:34 

Sorry, nochmal OT, aber das ärgert mich: Iapama, was du schreibst passt doch zu 100% auf das Leben einiger stark adipöser Menschen. Unbändiges Verlangen, Kontrollverlust, stetige Dosissteigerung, Interessenverlust, nachweisbare Gesundheitsschäden... Dazu kommen meist starke Schmerzen, soziale Ausgrenzung, Verschuldung, verringerte Lebenserwartung oder sogar unmittelbare Lebensgefahr.
Wenn man über Jahre nicht fähig ist, den Konsum von Süßigkeiten einzuschränken, obwohl man offensichtlich buchstäblich daran verreckt, handelt es sich dochwohl um eine krankhafte Abhängigkeit. Und auch bei einer psychischen Sucht kann es durchaus zu körperlichen Entzugserscheinungen kommen.

(Ich rede hier nicht vom 'Durchschnittsdicken' und möchte auch nicht Zucker mit Heroin gleichsetzen!)

Diese Antwort wurde entfernt. 10.10.2018, 13:40

torte... 10.10.2018, 13:53 

"Bei dem Gewicht von Bonita kann man sicher davon ausgehen, dass sie süchtig ist. "

ich denke man kann eine sucht weniger am gewicht, als an der Qualität und Quantität der Nahrung festmachen. Das ist vielleicht auch der Grund warum Paeonia das in dem Raum warf.

Die von sxusxi Kriterien sind denke ich auch ein guter Anhaltspunkt.

Auch ob man sich oder was man ist verstecken muss... Wenn man sich nicht mehr raustraut oder heimlich isst( das Nutellaglasbeispiel)

Und Juniper: Wer sagt denn das die Angehörigen den Leuten nicht auch das essen geben, weil sie sonst ungenießbar sind?...(wie auch bei Alkoholikern, Rauchern...)

Und essen beschaffen mittels Lieferdienst, den man ja nicht persönlich kennt ist ja noch einfacher...

lapama 10.10.2018, 14:01 

Das Existieren der Ess-Sucht habe ich auch nicht bezweifelt. Aber reine Zucker-/Schokosucht? Da glaube ich nicht daran. Die angeführten Beispiele überzeugen mich persönlich auch nicht. Auch ich kenne solche Tage/Situationen, wo es nach einem kleinen Stückchen Schoko ausartet, egal aus welchen Gründen (Langeweile, Wut, Frust, Trauer etc.). Aber irgendwann ist mir persönlich schlecht und ich mag dann kein Schoko/Süßes mehr und möchte auch am nächsten Tag nichts davon haben. Aber auch ich bin schon mal spät abends zur Tankstelle, weil ich UNBEDINGT ein Eis wollte. Aber ein richtiger Suchtpatient würde da noch weiter stopfen, bis zum Erbrechen/Durchfall, und direkt danach aber auch wieder. Das ist dann aber nicht nur auf Süßigkeiten bezogen sondern Essen allgemein. Keiner würde auf die Idee kommen, dass es Toast-Sucht gibt oder Würstchen-Sucht oder saure Gurken-Sucht.
Bulimie, Binge Eating, Magersucht etc. sind die besten Beispiele für irgendeine Form der Ess-Sucht.
Auch die TE hat ja als sie in einer früheren Frage ihr Essen aufgelistet hat, sich nur auf Süßigkeiten beschränkt. Da war einfach von allem sehr sehr viel: Milchschnitten, Gummibärchen, Pizza, Eis, Chis, Cola, Fanta etc...

frau blau 10.10.2018, 15:40 

nini2111, ja, das kann niemand verstehen, warum es so schwer ist zu stoppen, das verstehen nicht mal die Leute, denen das geschieht.
ich hatte keine 300, aber ausreichend. es ist nicht nur einen frage des willens, es ist unendlich viel komplizierter.
dass du dich bremsen kannst, ist gut für dich und um Himmelswillen bewahre es dir.

sxusxi 10.10.2018, 16:05 

lapama, ich verstehe deine Sichtweise auch, es spiegeln sich nur nicht meine eigenen Erfahrungen darin wider. Offensichtlich kennst du dieses "Craving" selbst, siehst es aber nicht als Anzeichen eines Suchtverhaltens. Möglicherweise stimmt es auch, dass die "Sucht" nicht auf Süßigkeiten beschränkt ist und es in Wirklichkeit um diesen schnellen "Genuss"-Kick geht, den auch andere Lebensmittel geben können (Chips, frittierte Sachen, Limos, ...). Das ändert dann nichts an der Tatsache, dass eine Änderung dieses Verhaltens von innen heraus kommen muss und man möglicherweise obendrauf ohnehin das Gefühl hat, dass einem niemand helfen kann, weil niemand den persönlichen "Dämon" versteht, der einen zum weiteressen drängt.

frau blau 10.10.2018, 17:03 

der persönliche dämon heißt meistens ghrelin. ein Hormon, dass durch Kohlenhydrate ausgelöst wird.

salmi... 10.10.2018, 18:13 

Eben, lapama, ein "richtiger Suchtpatient" hört nicht auf, weil ihm schlecht wird. Er kann sich im Extremfall, trotz deutlicher körperlicher und ärztlicher Warnungen, bis zum Leber- oder Herzversagen essen. Z.B. eine Spielsucht kann sich auf ganz bestimmte Spielarten beschränken und wird offiziell als Krankheit anerkannt (obwohl man sich nichts injiziert und die Gefahr einer Überdosis gering sein dürfte...) Warum soll das beim Essen nicht gehen?

Naja, ist ja auch egal, worauf genau eine (Ess-)Sucht sich bezieht (a propos Toast & Würstchen... Kennt ihr den Briten, der erblindet ist, weil er nur Brot, Chips und frittiertes Huhn essen konnte?), wer von lebensbedrohlichem Verhalten alleine nicht loskommt, muss lernen Hilfe anzunehmen. Ich bin auch für klare Worte, statt Zuckerwatte, aber denke, dass "iss halt weniger/anders, hast schließlich keine Sucht" bei Betroffenen eher zum Einigeln und weiterem Kompensationsbedarf führt.

Wie dem auch sei, die Person, um die es ging, wollte scheinbar keinen Rat. Ich meine, die selbe Person hätte schonmal einen Thread gelöscht, in dem sie auf keinen der Lösungsansätze einging. Ich hoffe, sie schafft es ihre Ausreden zu verwerfen und sich Hilfe zu holen! Sei es z.B. durch liebe Menschen, Selbsthilfegruppen, einen neuen Arzt, oder eine Klinik.

Diese Antwort wurde entfernt. 10.10.2018, 19:43

torte... 11.10.2018, 11:13 

"Kann schon seit - aber dann hat das schon Dealer-Qualitäten bzw. ist indirekte Körperverletzung. "

ja aber das ist für diese Menschen ja auch schwer. Die wissen sich dann einfach nicht anders zu helfen... Leute die das mit "Absicht" machen gehören eigentlich wirklich ins Gefängnis. Gibt ja wohl auch Leute die Ihre "Liebsten" regelrecht mästen...

Diese Antwort wurde entfernt. 11.10.2018, 11:52

Diese Antwort wurde entfernt. 12.10.2018, 15:30

frau blau 12.10.2018, 16:09 

ist doch gesperrt für fremde.

Monika65  15.10.2018, 09:57 

nini2111: "Bei dem Gewicht von Bonita kann man sicher davon ausgehen, dass sie süchtig ist."
Dieser Satz und anderes hat mich nun doch entsetzt, als ich noch mal in diesen Thread geschaut habe. Ist einigen von euch eigentlich bewusst, was ihr hier macht? Nur weil eine Userin ihren Thread gelöscht hat (ich fands auch nicht gut, aber es ist doch ihre Sache!!), sie jetzt hier von allen Seiten zu beleuchten und dazu noch unbegründete Vermutungen und Unterstellungen zu äußern, ist wirklich das Allerletzte.

Glitz... 15.10.2018, 14:23 

"Dealer-Qualitäten" und "indirekte Körperverletzung" finde ich sehr zutreffend und zusammen mit der Rechtslage, dass unterlassene Hilfeleistung ein Verbrechen ist, reime ich mir jetzt zusammen, dass ich mich strafbar mache, wenn ich einem dicken Menschen etwas zu Essen gebe. Cool, mehr Kuchen für mich :-)

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